Treiberbasierte Unternehmensplanung: Ist die Unternehmensplanung mit Treibermodellen eine Alternative zur klassischen Budgetierung?

Von Jörg Carstens

 

In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der die Flut an Informationen immer weiter ansteigt, wird die klassische Planung und Budgetierung von vielen Unternehmen als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Sie erscheint zu starr, zu detailliert und zu aufwendig, der Bezug zur Strategie fehlt und die Qualität der Ergebnisse ist häufig nicht adäquat. Dies wird u.a. durch eine BARC-Studie über die treiberbasierte Unternehmensplanung vom Mai 2015 belegt (Vgl. hierzu Fuchs / Janoschek, 2015 1). Radikale Ansätze wie z.B. das Beyond Budgeting, welches vollkommen auf Budgets zugunsten eines flexiblen Managementmodells verzichtet, haben sich in der Praxis bisher nicht durchsetzen können.

 

Aktuell findet die aus dem Shareholder-Value-Konzept abgeleitete Berücksichtigung von Werttreibern bei der Unternehmensplanung insbesondere für die Mittelfristplanung immer größere Beachtung, auch wenn der Einsatz bei den Unternehmen laut der o.a. Studie insgesamt noch nicht sehr ausgeprägt ist. Werttreiber sind grundsätzlich alle Faktoren und Kennzahlen, die zur Erhöhung des Unternehmenswertes beitragen.

 

Prinzipiell entspricht die treiberbasierte Unternehmensplanung der schon lange aus der flexiblen Plankostenrechnung bekannten Planung mit Bezugsgrößen bzw. Leistungsarten. Ausgehend von einer Zielplanung, in der die Eckwerte der Planung festgelegt werden, werden sogenannte Werttreibermodelle erstellt, die die Wirkung der Treiber wie z.B. die Auflagenhöhe oder die verkauften Anzeigen bei einer Zeitung auf zentrale Erfolgsfaktoren wie Umsatz oder Gewinn aufzeigen (vgl. hierzu Kappes / Schentler, 2012 2).

 

Ein Beispiel für ein Werttreibermodell ist in Abb. 1 dargestellt.

 

Treiberbasierte Unternehmensplanung

 

Abb. 1 Beispiel für ein Werttreibermodel in Anlehnung an Kappes / Schentler, 2012

 

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Treiberbasierte Unternehmensplanung führt zu transparenten Ergebnissen

 

Durch die oben beschriebene Vorgehensweise kommt es zu einer engen Verzahnung von strategischer und operativer Planung. Die Ergebnisse der Planung werden transparenter und genauer, was zu einer höheren Akzeptanz im Unternehmen führt.

 

Die Top-Down-Orientierung der Planung und die Ableitung der nachgelagerten Planungsschritte verringern den Planungsaufwand und die Planungsdauer insgesamt. Dies ermöglicht einen späteren Start der Planung und damit eine Verbesserung der Qualität. Die Simulation alternativer Szenarien im Rahmen der vorgegebenen Ziele wirkt sich ebenfalls positiv auf die Planungsqualität aus.

 

Diese Aspekte sorgen dafür, dass insbesondere größere Unternehmen sich intensiv mit dem Thema „treiberbasierte Unternehmensplanung“ auseinandersetzen bzw. diese bereits einsetzen. Meiner Ansicht nach ist diese zielorientierte Planungsmethode ganz klar eine Alternative zur klassischen Bottom-Up-orientierten Budgetierung!

 

Auch wenn die immer individuelle Konzeption treiberbasierter Planungsmodelle ohne den Einsatz spezieller Software auskommt, ist eine professionelle Planungssoftware laut der o.a. BARC-Studie ein wesentlicher Erfolgsfaktor für den Echteinsatz. Die mehrfach ausgezeichnete Business Intelligence- und Controlling Software macs complete bietet übrigens alle Voraussetzungen zur Abbildung einer treiberbasierten Unternehmensplanung.

 

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Literaturhinweise

1 Dr. Christian Fuchs / Nikolay Janoschek: Reality Check: Treiberbasierte Planung – Eine Analyse zur Verbreitung und Erfüllung von Erwartungen an Treiberbasierte Planungsansätze in der D-A-CH-Region – BARC Research Study, Mai 2015

2 Michael Kappes / Dr. Peter Schentler: Frontloading in der Unternehmensplanung – Der Weg zu einer Best-Practice-Planung, CFO aktuell, 2012, Heft Nr. 3, S. 105 - 108